17.01.2022 0
HEINER MÜLLER: POESIE, HUMOR, TRAUER

Regisseur und Musiker Patrick Schimanski hat uns drei Fragen zu seiner Inszenierung von Heiner Müllers DIE HAMLETMASCHINE beantwortet. Die nächsten Vorstellungen des Multimedia-Live-Hörspiels auf der taT-studiobühne können Sie am Sonntag 13.02. und Freitag 25.03. ansehen. Karten erhalten Sie hier ...

HEINER MÜLLER: POESIE, HUMOR, TRAUER
Regisseur und Musiker Patrick Schimanski

Trotz seines knappen Umfangs von neun Seiten gilt DIE HAMLETMASCHINE gemeinhin als Textmonster, das Bezüge und Referenzen auf unterschiedlichste Ereignisse und Themen (auch abseits vom „Hamlet“-Stoff) herstellt. Wie kommt man diesem zunächst überfordernden Text bei?

Patrick Schimanski: Ein sehr wichtiger Aspekt dabei ist, nicht alles erklären zu wollen oder den Zuschauer:innen zu vermitteln, Antworten auf alle Fragen finden zu „müssen“, die der reichhaltige Text beinhaltet. Es steht für uns an oberster Stelle, Eindrücke wirken zu lassen, freien Assoziationen ein Feld zu bieten und den im Text durchaus vorhandenen Humor nicht zu vernachlässigen.

Hast Du einen persönlichen Bezug zu Heiner Müllers Werk oder wie kam es zur Auseinandersetzung mit seiner Hamlet-Überschreibung?

Schimanski: Texte von Heiner Müller „verfolgen“ mich seit vielen Jahren: Am Theaterlabor Bremen durfte ich vor einiger Zeit sein Stück GERMANIA TOD IN BERLIN mit einem großen Ensemble realisieren. Die Hörstücke von Heiner Goebbels mit Texten von Müller haben mich schon als Student begeistert. So ist es für mich ein sehr schönes Erlebnis, nun DIE HAMLETMASCHINE als multimediales Spiel aufführen zu können und selbst auch Teil des Ensembles auf der Bühne sein zu dürfen.

Der Untertitel Deiner Produktion lautet „Multi-Media-Live-Umsetzung des Textes von Heiner Müller“. Was kann man sich genau darunter vorstellen?

Schimanski: Wir präsentieren eine Kompositon aus Text, Musik, Geräusch und Videobildern. Quasi eine Collage der Collage, welche der Text selbst ja ist. Vielstimmige Chöre und leise, eindrückliche Passagen wechseln sich ab. In den Videos werden Archivbilder aus alter Zeit mit den digitalen Avataren unserer Spielerinnen konfrontiert. Poetisches, Humorvolles und Trauriges wechselt sich ab, ergänzt sich und erzeugt Reibung. Eine Maschine läuft.

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