Adventsspecials 2020

Ein Haus von ERINNERUNG UND ERFAHRUNG


Die Worte des ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins, die er anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Stadttheaters im Jahre 2007 verfasste, könnten auch dreizehn Jahre später nicht treffender sein. Ein Ort, an dem das Hier und Jetzt durch die Bühnenkünste begutachtet wird. Ein Ort, an dem Wünsche, Träume und Erinnerungen entstehen, die gemeinsam den Weg für bessere Zeiten ebnen ...


„Und deshalb machen wir Theater: Nicht, um eine heile Welt vorzugaukeln, sondern aus dem Bewusstsein, dass uns die genaue und schonungslose Analyse des Jetzt, in der Bearbeitung unserer Wirklichkeit durch die Künste, durch die Musik, das Theater und den Tanz, vorscheinen kann, was jenseits von Fatalismus zum selbstverantwortlichen Handeln ermutigt.

Möge das gemeinsinnige Gebäude des Stadttheater Gießen ein Gehäuse von Erinnerung und Erfahrung sein, ein Ort des Gedenkens an die enttäuschten Träume und das Leiden der Menschen, aber auch an seine Freuden, an seine Liebe und seine nie versiegende Lust auf eine bessere Welt.“


Klaus Zehelein
(Präsident des Deutschen Bühnenvereins in 2007)

EIN ORT DER ILLUSION

Video: Zu Besuch im Malsaal

Im Malsaal des Stadttheaters arbeiten derzeit vier BühnenmalerInnen sowie drei Auszubildende. Parallel wird immer an zwei bis drei verschiedenen Produktionen gearbeitet. Der Malsaal war früher im Stockwerk oberhalb der Bühne im Großen Haus verortet, ist dann vor ca. 8 Jahren nach und nach umgezogen in Räumlichkeiten in der Bänningerstraße, wo deutlich mehr Platz ist. Dort haben sich die MalerInnen mittlerweile beinahe häuslich eingerichtet. Bei unserem Besuch stoßen wir auf eine ruhige, konzentrierte Arbeitsatmosphäre, beeindruckende Malereien und kleine Plastiken aus aktuellen und vergangenen Projekten. Ein Ausflug, der sich gelohnt hat!

EIN ORT DER VERWANDLUNG

Video: Zu Besuch in der Maske

Ein Ort, an dem nicht nur Perücken entstehen und frisiert werden, sondern auch Schnurrbärte, Gesichtsteile - oder klaffende Wunden. Die Abteilung wird ihrem Namen in jeder Weise gerecht. Wo der Begriff der Maske im Alltag nun eine ganz andere Zuweisung erhält, sorgen Masken am Theater für Verwandlung, für Maskerade, das Spiel von Verborgenem und Sichtbarem.

Im November, als bereits die Zuschauertüren verschlossen bleiben mussten, wurde hinter den Mauern fleißig weitergeprobt. Und so hatten auch unsere Maskenbildnerinnen einiges zu tun. Einen Eindruck davon, wie Schauspieler Magnus Pflüger in der Produktion GOLD vor Stückbeginn zurecht gemacht wird, sehen Sie in unserem Video. Maskenbildnerin Annika Lauinger verwandelt ihn in Windeseile mit Make-up, Puder und Perücke und fügt am Schluss noch einen realistisch aussehenden Wundverband hinzu.

DIE KRAFT DES LICHTS

Video: Auf der Beleuchtungsprobe

Während einer Beleuchtungsprobe für die Kinderoper GOLD! - Vom Fischer und seiner Frau haben wir Beleuchtungsmeisterin Kati Moritz über die Schulter geguckt. Sie erzählt von den Möglichkeiten der Lichttechnik, der Zusammenarbeit mit Regieteams und wie sie dafür sorgt, dass auf der Bühne niemand im Dunkeln steht. Neben der Leiterin arbeiten in der Abteilung Beleuchtung derzeit ein weiterer Meister, ein Jungmeister, drei StellwerkerInnen, zwei Elektiker, zwei Beleuchter und zwei Auszubildende.

Theaterzeit mit THEA

Traditionell kehren zum Ende des Jahres zahlreiche Kinder, Eltern oder LehrerInnen bei uns im Großen Haus ein, um gemeinsam unser Familienstück zur Weihnachtszeit zu sehen. Das sieht dieses Jahr leider etwas anders aus: keine Kindermassen, die morgens vor der ersten Vorstellung von allen Seiten über den Berliner Platz strömen, keine jubelnden Kinderstimmen im Zuschauersaal. Trotzdem geht unser Blick nach vorne, denn wir freuen uns schon heute, 2021 wieder rund 15.000 Kinder aus der Stadt und der Region bei uns im Theater empfangen zu dürfen. Bis dahin möchten wir uns bei allen Kindern, Eltern und LehrerInnen bedanken, die dem Theater – teilweise seit vielen, vielen Jahren – treu sind und sich von den Geschichten auf unserer Bühne verzaubern lassen.

Als Überraschung für die Kleinen können Sie hier ein weihnachtliches Ausmalbild von Thea, unserer Theatermaus, herunterladen. Gerne können Sie uns Fotos der bunt bemalten Bilder als Weihnachtspost schicken: dialog(at)stadttheater-giessen.de.


Wir wünschen Ihnen und Ihren Kindern weiterhin viel Gesundheit und eine besinnliche Adventszeit.